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In unserem TTP-Rechtsblog informieren Sie unsere Experten zu aktuellen juristischen Entwicklungen. Sie finden hier ebenfalls eine Liste kommender Veranstaltungen.

Veröffentlichung in der Insolvenzdatei – Beginn des Fristenlaufs für Rechtsmittel nur bei vollständig veröffentlichtem Beschlußtext (Anmerkungen zu OGH 8 Ob 57/13 k)

Die Rechtsmittelfrist gegen Beschlüsse die in der Insolvenzdatei veröffentlicht werden, beginnt gem. § 157 Abs. 2 IO bereits mit der öffentlichen Bekanntmachung in der Insolvenzdatei zu laufen; dies gilt auch dann, wenn danach eine individuelle Zustellung – per WEB-ERV oder postalisch – durch das Insolvenzgericht erfolgt.In der Entscheidung 8 Ob 57/13 k nimmt der OGH folgende Einschränkung vor:Voraussetzung für den Beginn des Fristenlaufs mit dem Tag der Veröffentlichung in der Ediktsdatei ist, dass der vollständige Beschluss in der Insolvenzdatei kundgemacht wurde und den Verfahrensbeteiligten somit im...
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ImmoESt (Immobilienertragsteuer NEU) bei freihändiger Sondermasseverwertung einer Pfandliegenschaft durch den Insolvenzverwalter belastet die allgemeine Masse als Masseforderung – keine Zuweisung als Sondermassekosten zu Lasten der Pfandgläubigerbank (Anmerkungen zu OGH vom 28.5.2013 in 8 Ob 141/12 m):

Seit dem 01.04.2012 unterliegen bekanntlich Einkünfte aus der entgeltlichen Veräußerung von privaten Immobilienvermögen der ImmoESt (Immobilienertragsteuer NEU). Die Höhe der ImmoESt richtet sich nach dem entgeltlichen Vorerwerb: Lag dieser nach dem 31.3.2002 beträgt die ImmoESt 25 % vom Veräußerungsgewinn (Verkaufserlös abzüglich Anschaffungskosten inkl. Nebenkosten abzüglich Herstellungskosten abzüglich Instandsetzungsaufwendungen zuzüglich AfA u.v.m.). Lag der entgeltliche Vorerwerb hingegen vor dem 01.04.2002 beträgt die ImmoESt 3,5 % vom Verkaufserlös. ImmoESt fällt nicht an, wenn die Voraussetzungen für die Befreiungsbestimmungen der Hauptwohnsitzbefreiung oder (eingeschränkt auf das Gebäude) bei selbsthergestellten Gebäuden vorliegen (vgl. insgesamt: TTP-Rechtsblog vom 02.04.2012)....
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Bienen auf Gebäuden in der Großstadt

Bienen und die Imkerei stehen derzeit im Fokus des allgemeinen öffentlichen Interesses. Es befinden sich bereits auf einigen öffentlichen Gebäuden, beispielsweise auf der Wiener Secession (vgl. Der Standard, 10. Mai 2013), am Bundeskanzleramt (vgl. Der Standard, 26. Juli 2012), am Dach der Staatsoper (vgl. Der Standard, 25. Mai 2013) und am Burgtheater sowie am Konzerthaus Bienenvölker (vgl. Der Standard, 8. Juni 2013). Die Aufzählung ist unvollständig, täglich werden es mehr. Es gibt einen nicht kommerziell ausgerichteten Verein mit dem Hauptinteresse,...
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Erhaltungspflicht des Vermieters iSd § 3 MRG für ein Geschäftsportal (5 Ob 19/13z vom 18.4.2013)

Mit Entscheidung vom 18.4.2013 zu 5 Ob 19/13z stellt der OGH klar, dass den Vermieter die Erhaltungspflicht iSd § 3 MRG für ein Geschäftsportal in Form eines Ladenvorbaus mit Vordach trifft, welches im Zeitpunkt der Anmietung bereits vorhanden war. Als weitere relevante Sachverhaltskriterien sind hervorzuheben, dass dem Mieter mit schriftlichem Mietvertrag nur der Innenraum des Bestandgegenstandes vermietet wurde, der Mieter den Ladenverbau und das Vordach nicht änderte sondern lediglich das Metall dieses Ladenvorbaus neu streichen ließ. Seit dem Jahr 2009...
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Der Rechnungslegungsanspruch gegen den verwaltenden Miteigentümer (OGH 12.6.2012, 4 Ob 75/12a)

§ 830 ABGB räumt jedem Miteigentümer einer gemeinschaftlichen Sache einen gegen den Verwalter gerichteten Anspruch auf Rechnungslegung und Verteilung des Ertrages ein. Die Pflichten des Verwalters sind in § 1012 ABGB geregelt. Der Verwaltungsvertrag gehört zur Gruppe der Bevollmächtigungsverträge und umfasst eine Geschäftsbesorgungs-, Treue-, Gehorsams-, und Herausgabepflicht (vgl. Schönhofer-Hammerl: „Die Haftung des Immobilien-Verwalters“, Manz immolex spezial, 2008; RZ 31ff). Die Rechnungslegung wiederum ist untrennbar mit der Geschäftsbesorgung verbunden, weshalb der Anspruch gegenüber demjenigen besteht, der die Verwaltung führt. Es kann...
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Rügeobliegenheit iSd § 16 Abs. 1 Zif. 1 MRG auch bei befristeter Geschäftsraummiete (OGH 14.2.2013, 5 Ob 191/12 t)

Mit Entscheidung vom 14.2.2013, 5 Ob 191/12t, hat der OGH klargestellt, dass die Rügeobliegenheit des Geschäftsraummieters bei Überschreitung des höchstzulässigen Haupmietzinses iSd § 16 Abs. 1 Zif. 1 MRG auch im Falle eines befristeten Mietverhältnisses gilt. Zur Rügeobliegenheit wird in ständiger Rechtsprechung judiziert, dass der Geschäftsraummieter zwischen rechtswirksamen Abschluss des Mietvertrages und Übergabe des Bestandobjektes (5 Ob 31/10k) dem Vermieter durch eine hinlänglich bestimmte Rüge signalisieren muss, er würde von der Möglichkeit einer gerichtlichen Mietzinsreduzierung unter Aufrechterhaltung aller übrigen Bestimmungen...
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